Sachbeschädigungsreihe im Landkreis

Schongau – Sie ziehen durch die Orte und hinterlassen per Spraydose ihre politische Einstellung an den Hauswänden.

Die Unbekannten, die am Wochenende auch die Außenfassade der Schongauer Nachrichten verschandelt haben. An der weißen Wand prangt jetzt ein großes silbernes „A“ in einem Kreis – es steht für Antifaschismus.

Die Schongauer Polizei ist bereits eingeschaltet. Ermittelt werden kann gemeinsam mit den Polizei-Kollegen aus Weilheim, denen Schmierereien angezeigt worden sind, die auf das Konto der gleichen Täter gehen könnten. So ist am vergangenen Dienstag bereits zum wiederholten Mal die Weilheimer Realschule den Sprayern zum Opfer gefallen. Die im Innenhof gelegene Außenfassade mit dem selben „A“ im Kreis versehen, wie es an der Liedlstraße in Schongau von der Hauswand prangt. Angefügt haben die Täter noch die Schriftzüge „ANTIFA“ und „AAWM.BLOGSPORT.DE“.

Einen Tag später, am vergangenen Mittwoch, wurden zwei Hauswände des Rigi-Centers besprüht. Auch hier: Das „A“ im Kreis und der Schriftzug „AAWM.BLOGSPORT.DE“.

Gefunden auf:Merkur-Online

Wir möchten anmerken dass das eingekreiste A schon eh und je symbol Anarchistischer Bewegungen war und nicht, wie von dem_der offenbar schlecht informierten Redakteur_in behauptet, für „Antifaschismus“ steht.

Mumia-Solidaritäts-Aufruf für München

Stop­pen wir die Hin­rich­tung von Mumia Abu-​Ja­mal!
Ab­schaf­fung der To­des­stra­fe – welt­weit!

Wer ist Mumia Abu-​Ja­mal ?

Seit über 27 Jah­ren sitzt Mumia Abu- Jamal in den USA in der To­des­zel­le. Ver­ur­teilt für einen Po­li­zis­ten­mord, der ihm un­ter­ge­scho­ben wurde, um ihn zum Schwei­gen zu brin­gen. Der afro­ame­ri­ka­ni­sche Ak­ti­vist kämpft seit sei­ner frü­hes­ten Ju­gend – da­mals als Pres­se­spre­cher der Black Pan­ther Party und bis heute als frei­er Jour­na­list – gegen Ras­sis­mus, Po­li­zei­ge­walt, Klas­sen­herr­schaft und Krieg.

Seine Ver­ur­tei­lung 1982 war eine Farce. Der Staats­an­walt sieb­te sys­te­ma­tisch schwar­ze Ge­schwo­re­ne her­aus, prä­sen­tier­te ma­ni­pu­lier­te sowie frei er­fun­de­ne Be­wei­se und un­ter­drück­te ent­las­ten­des Ma­te­ri­al. Ein offen ras­sis­tisch agie­ren­der Rich­ter sorg­te dafür, dass sämt­li­che Ver­stö­ße gegen die ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Rech­te des An­ge­klag­ten durch­ka­men. Seit die­sem Pro­zess kämpft Mumia um ein neues Ver­fah­ren und seine Frei­heit. Im April die­sen Jah­res ver­wei­ger­te das Höchs­te Ge­richt der USA mit nur zwei Wor­ten das ge­for­der­te neue Ver­fah­ren: „An­trag ab­ge­lehnt“.

Warum wir Mumia Abu-​Ja­mal un­ter­stüt­zen

Die To­des­stra­fe ist ras­sis­tisch: Mehr als die Hälf­te aller In­sas­sen in den To­des­trak­ten der USA sind Afro-​Ame­ri­ka­ne­rIn­nen. Die To­des­stra­fe rich­tet sich gegen die Armen – mehr als 90 % der Ge­fan­ge­nen sind arm. Mumia Abu-​Ja­mals Fall ist einer von vie­len. Er war arm und konn­te sich keine wirk­li­che Ver­tei­di­gung leis­ten. Er ist Afro­ame­ri­ka­ner. Mu­mi­as Fall ist bei­spiel­haft für Tau­sen­de.

Dazu kommt: er ist po­li­ti­scher Ak­ti­vist und den Macht­ha­ben­den ein Dorn im Auge. Mumia kämpf­te in all den Jah­ren nicht nur für seine Frei­heit, son­dern setzt sich un­er­müd­lich ein – für die zum Tode ver­ur­teil­ten Men­schen in den To­des­trak­ten der Welt. Als „Voice Of The Voice­l­ess“ (Stim­me der Stimm­lo­sen), wie er schon vor­her wegen sei­ner Ar­beit als Ra­dio­jour­na­list ge­nannt wurde, gibt er Ge­fan­ge­nen und allen, die kei­nen Zu­gang zu me­dia­ler Dar­stel­lung haben, eine Stim­me und ein Ge­sicht.

Die Staats­an­walt­schaft von Phil­adel­phia will Mu­mi­as Hin­rich­tung um jeden Preis und macht gro­ßen Druck, um die­ses Ziel zu er­rei­chen. Nach Aus­sa­gen sei­nes An­walts R. Bryan be­fin­det sich Mumia in der größ­ten Le­bens­ge­fahr seit sei­ner Fest­nah­me 1981.

Schon zwei­mal haben welt­wei­te Pro­tes­te die an­ge­ord­ne­te Hin­rich­tung ver­hin­dern kön­nen (1995 und 1999) – nur eine brei­te in­ter­na­tio­na­le Pro­test-​ und So­li­da­ri­täts­be­we­gung wird es auch dies­mal fer­tig brin­gen kön­nen, dass der ge­plan­te staat­li­che Mord nicht durch­ge­führt wer­den kann.

Sie wol­len Mumia Abu-​Ja­mal um­brin­gen – wir alle ge­mein­sam kön­nen das ver­hin­dern!

Wenn die Rich­ter des Su­pre­me Court das To­des­ur­teil be­stä­ti­gen, wird 3 Tage nach die­ser Ent­schei­dung in Mün­chen um 12 Uhr eine Mahn­wa­che vor dem US-​Kon­su­lat (Kö­nig­in­str./Von-​der-​Tann-​Str.) und um 18 Uhr eine De­mons­tra­ti­on durch Mün­chen statt­fin­den.

Tag und Ort der Auf­takt­kund­ge­bung und an­de­re ak­tu­el­le Ent­wick­lun­gen er­fahrt ihr unter
www.​mumia-​so­li-​mu­en­chen.​tk (Kon­takt: mu­mia-​so­li-​muc (at) riseup.​net)

Wenn bis dahin keine Ent­schei­dung ge­fal­len ist, gibt es am 5. De­zember eine Demo durch Haid­hau­sen
Auf­takt­kund­ge­bung um 14:00 Uhr, Wie­ner Platz.

Be­rei­tet selbst Ak­tio­nen vor und be­tei­ligt euch an un­se­rem Bünd­nis!
Be­tei­ligt Euch an So­li­da­ri­täts­ak­tio­nen, schafft Öf­fent­lich­keit!
Frei­heit für Mumia Abu-​Ja­mal!“

von:www.mumia-soli-muenchen.tk
Also am 5.12 auf nach München!

Was lange währt…

Es ist endlich vollbracht: Ein hübsches Bildchen prangert nun über unser Nachbereitung der Demo vom 1.8.09
Hier sind noch 2 kleine Eindrück vom Spaziergang in Schongau am 17.10.09

Ein Spaziergang der ist lustig,
ein Spaziergang der ist schön!

Und zu guter letzt findet ihr unsere Rede von Schongau in unserem Downloadbereich

Und alle so…YEAAH!

Uns erreichte gerade die Frohe Kunde, die sich anscheinend sehr schnell verbreitet: Jürgen Rieger liegt im Sterben! *YEAH*

Details auf Indymedia:
Hier Klicken

*UPDATE* Jürgen Rieger ist an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. :)

Antifa Action Day

Von Actionday.tk:

Am Samstag, dem 14.11.09, wird in München ein Antifa Actionday stattfinden. Anlass dazu ist der für den gleichen Tag geplante Naziaufmarsch. Wir wollen mit dem Antifa Actionday ein klares antifaschistisches Zeichen gegen Faschismus, Geschichtsrevisionismus und Militarismus setzten und für die Perspektive einer befreiten Gesellschaft kämpfen.

Nach dem Naziaufmarsch im letzten Jahr, der durch ein massives Polizeiaufgebot möglich gemacht wurde, ist dies der zweite Versuch von Münchner Nazis, einen Aufmarsch anlässlich des so genannten „Volkstrauertags“ zu veranstalten. Nazis aus dem Spektrum der “Freien Nationalisten” und der NPD rufen zu diesem so genannten „Heldengedenken“ auf. Bei dieser Veranstaltung geht es darum, Wehrmachts- und SS-Soldat_innen als „Helden“ zu verklären, ihre millionenfachen Verbrechen zu relativieren und damit den Nationalsozialismus offen zu verherrlichen.
Geschichtsrevisionismus ist in den letzten Jahren zu einem äußerst attraktiven Betätigungsfeld für die extreme Rechte geworden. Ganz offen wird hierbei auf nationalsozialistische Begriffe wie das „Heldengedenken“ zurückgegriffen. Durch die Umdeutung von Akteur_innen, Orten und Begriffen soll der historische Nationalsozialismus als Ganzes rein gewaschen werden. So versuchen Nazis eine extrem patriarchale, rassistische, antisemitische und ausbeuterische Gesellschaftsordnung auch für die Gegenwart wieder denkbar zu machen. Verhindern wir jegliche Form der Verherrlichung des Nationalsozialismus und der Verdrehung der Geschichte!
Eine konsequent antifaschistische Politik muss die sexistischen, rassistischen, militaristischen, nationalistischen und kapitalistischen Verhältnisse in ihre Kritik mit einbeziehen, die den extrem rechten Ideologien und Organisationen als Nährboden und Anknüpfungspunkte dienen. Das Nazis nicht getrennt von dem gesamtgesellschaftlichen Kontext der bürgerlichen Gesellschaft betrachtet werden können, wird bei jedem Naziaufmarsch ganz konkret sichtbar: Es sind die Großaufgebebote der Polizei, die permanent irgendwo in diesem Land öffentliche Auftritte von Nazis erst möglich machen und antifaschistischen Widerstand kriminalisieren.

Deshalb wollen wir am Antifa Actionday u.a. mit einer Demonstration gegen die Nazis und gegen den sexistischen, rassistischen, kapitalistischen Normalzustand, sowie gegen jegliche Form der Soldat_innenverherrlichung und des Militarismus vorgehen.

Vermiesen wir gemeinsam den Nazis diesen Tag!
Für eine klassenlose Gesellschaft!

Aktuelle Infos findet ihr unter: actionday.tk

16./17.10 2009 Anti-Lagerland Aktionstage Schongau

Azadi, Freedom! Lager schließen 09 geht die nächste Runde. Dieses mal in
Schongau!

16.10.: Podiumsdiskussion in der Volkshochschule Schongau

mit Bewohner_innen des Flüchtlingslagers (19 Uhr, VHS Schongau , Raum 3,
Wilhelm-Köhler-str. 42)

17.10.: Demo

Am 17.10. findet in Schongau eine antirassistische Demonstration statt. Grund für die Demonstration sind die rassistische Abschiebepolitik und Gesetzte, wonach Menschen die aus ihren Heimatländern fliehen unter scheußlichen Bedingungen in Lager gesteckt werden.
Wir wollen jedoch einen Schritt weiter gehen und sehen als Ursache dieser Zustände nicht nur die rechtsoffene und ausländerfeindliche Regierung, die zwar in erster Linie für die Schaffung und Durchführung dieser Gesetze verantwortlich ist, sondern wollen auch auf die kapitalistische Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung hinweisen, welche das Fundament für diese neorassistische Politik stellt. Viele Beispiele zeigen, was für widerliche Auswüchse diese Politik hervorbringt.
So werden Menschen mit bestimmten Fähigkeiten per Handkuss begrüßt, solange der Arbeitsmarkt ihre Fähigkeiten fordert. Menschen die aber aufgrund des katastrophalen Zustands des Bildungssystems in ihrem Heimatland einen vermeintlich niedrigeren Bildungsstand haben, werden auf schnellstmöglichem Wege abgeschoben. Die Zustände der Bildungssysteme in den betroffenen Ländern, sind auf die dem Kapitalismus immanente nationalökonomische Konkurrenz zurückzuführen. Auch nach kulturellen Werten wird fleißig selektiert: nach dem großzügigen Angebot von Beckstein und Schäuble (beide CSU) wurden Ende 2008 in Deutschland irakische Kriegsflüchtlinge aufgenommen – jedoch nur katholische. Aufgrund der verschwindend geringen Christen-Rate im Irak ist dieses „Angebot“ höchst zynisch.

Die Kriterien für dieses Auswahlverfahren werden der Politik durch die Bedürfnisse der nationalen Wirtschaft diktiert. In einer Gesellschaft in der die Politik dafür sorgen muss, der Wirtschaft größtmögliche Vorteile in der nationalökonomischen Konkurrenz zu verschaffen, scheint die Abschottung der heimischen Wirtschaft vor „unbrauchbaren“ Arbeitskräften als unabdingbar.
Menschen einer anderen Kultur, Menschen die eine andere Sprache sprechen, einen vermeintlich niedrigeren Bildungsstand haben und sogar Menschen die eine andere Religion haben, haben nach dieser Logik eher Probleme sich in dieser deutschen Gesellschaft zu integrieren. Menschen die nicht dem Bild dieser deutschen Leitkultur entsprechen, werden somit wieder abgeschoben da sie als verwertbare Arbeitskraft für die Wirtschaft unbrauchbar sind, sofern sie es überhaupt bis hierher schaffen.
Die rassistische Politik der BRD und der anderen EU-Staaten ist direkt und indirekt für jährlich tausende Tote an Europas in zunehmendem Maße militarisierten Außengrenzen verantwortlich. Den Menschen die hierher kommen möchten steht ein martialisches Aufgebot der westlichen „Sicherheitsorgane“ gegenüber. Die „Europäische Grenzschutzagentur FRONTEX“ rekrutiert sich aus den Polizeien und Armeen der Mitgliedsstaaten. Diese „Grenzschützer“ verhindern das Übersetzen auf EU-Länder oder bringen die Flüchtlinge zur Rückführung in Lager. Dies führt wiederum dazu, dass die gewählten Routen immer gefährlicher werden.
Die vollständige Menschenverachtung des kapitalistischen Systems kommt zum Ausdruck, wenn man sich die Gründe vor Augen führt, warum Menschen aus ihrem Heimatland ausreisen. Damit sogenannte 3. Welt Länder Anschluss an die wirtschaftlich starken Nationen finden, werden durch die Regierungen der betreffenden Ländern die Mindestlöhne abgeschafft, Gewerkschaften verboten und sonstiger Arbeitnehmerschutz verhindert, um Investoren anzulocken. Den Menschen, deren Arbeitsverhältnisse sich immer weiter verschlimmern bleibt einfach nichts anderes übrig außer im Dreck zu krepieren oder die waghalsige Flucht in den „Goldenen Westen“ zu wagen. Aktionen gegen die menschenverachtende Flüchtlingspolitik und menschenunwürdige Lagerunterbringung müssen sich immer auch gegen die kapitalistische Gesellschaftsordnung an sich richten. Kurzum: Da helfen kein Bitten und kein Betteln – wird der Kapitalismus nicht endlich überwunden, wird sich auch an der rassistischen Einwanderungspolitik nichts ändern. Trotzdem finden wir es auch richtig an den direkten und offensichtlichen Auswirkungen anzusetzen und zu versuchen die Lebensbedingungen für einreisende Menschen in diesem Land zu verbessern. Wir fordern deshalb:

Schluss mit Lagerunterbringung und weg mit der Residenzpflicht – Bewegungsfreiheit für ALLE
Für die Abschaffung von Lebensmittelmarken und sonstiger Fremdbestimmung
Fight Fortress Europe – Grenzen weg

Gegen Rassismus immer und überall!

17.10.2009 // 11 Uhr // Schongau
[Kopiert von:Antifaschistische Aktion Allgäu]

Vortrag über Nationalismus

Am 2.10.2009 hielt ein Mitglied der AAWM am Antifaschistischen Infostammtisch München ein Referat über Nationalismus. Den Vortrag gibt es im Folgenden zu Lesen oder in der Download-Sektion als .doc zum Download.


Teil 2:

Referat am 2.3.2009

1. Patriotismus und Nationalismus

Im bürgerlichen Diskurs wird meist unterschieden zwischen „gutem“ Patriotismus (bzw. „gesunder“ Vaterlandsliebe) und „bösem“ Nationalismus, bei dem andere Nationen abgewertet würden. Aber was genau ist Nationalismus?Nationalismus bezeichnet den Gedanken der Nation. Die Nation bezeichnet die Kategorisierung von Menschen in Gruppen über kulturelle Merkmale wie Sprache, Hautfarbe, Kultur. Die Menschen die unter die Kriterien der jeweiligen Nation fallen bilden ein „Volk“. Patriotismus bezeichnet die Liebe zur eigenen Nation. Eine Unterscheidung zwischen Nationalismus und Patriotismus ist also generell unsinnig da nur ein gradueller Unterschied besteht. Im Kapitalismus stehen die Nationen bekanntlich in Konkurrenz zueinander, bspw. beim berühmten Standortwettbewerb. D.h. der Erfolg der eigenen Nation schließt den Erfolg der anderen aus und somit heißt eine Aufwertung des Heimatlandes die automatische Abwertung der anderen. Dies zeigen auch diverse Studien, dass Mensch zwischen Patriotismus & Nationalismus keine qualitative Grenze ziehen kann. Es reicht also von Nationalismus zu sprechen.

2. Einstellung der Deutschen

60% sind stolz auf Deutschland
73% wünschen sich ein stärkeres „Wir“-Gefühl
40% meinen Deutschland sei durch die Ausländer_innen in einem gefährlichen Maß überfremdet und jeder dritte meint, die Juden hätten zu viel Macht.

3. Angebliche und wirkliche Gründe

Nationalismus ist zwar weit verbreitet, fragt Mensch allerdings nach Gründen für diesen so müssen die meisten erstmal ziemlich lange überlegen. Beliebte „Gründe“ für den positiven Bezug zur Nation sind angebliche Gemeinsamkeiten wie Sprache, Kultur, moralische Werte und ähnliches. Oder es werden diverse „Leistungen“ der Deutschen aufgezählt (Erfindungen, der Wiederaufbau usw.). Bei genauerer Betrachtung wird vor allem eins deutlich: All diese Beispiele sind völlig willkürlich gewählt und nichts davon auf Deutschland beschränkt. Der Grundfehler des Nationalismus ist also aus der staatlich per Gewaltmonopol verordneten Zwangseinheit Nation ein überhistorisches Volk zu konstruieren. Da „D­eutscher sein“ aber nichts anderes ist als eine rein formale Zugehörigkeit und Nation ein willkürliches Staatsgebiet darstellt, das von jedem Inhalt abstrahiert, wirken die „Argumente“ wie Sprache und Kultur eher hilflos. Im Kapitalismus stehen die Marktteilnehmer_innen bekanntlich in permanenter Konkurrenz zueinander. Jede_r möchte um seine Bedürfnisse befriedigen zu können seine anzubietende Ware möglichst gewinnbringend verkaufen und andere Waren möglichst billig erwerben. Das heißt es bestehen überall strukturelle Interessensgegensätze. Der Staat dient dazu die Rahmenbedingungen für dieses Verhältnis zu erhalten (bspw. durch Umweltschutz- & Arbeitnehmerschutzgesetze), da ansonsten das Kapital seine eigene Grundlage, nämlich halbwegs gesunde Arbeitskräfte, systematisch zerstören würde. Das Gerede von wegen wir säßen doch alle in einem Boot, Deutschland solle an einem Strang ziehen usw. blamiert sich an der Realität. Schon die Interessen von Arbeitnehmer_in & Arbeitgeber_in schließen sich nämlich gegenseitig aus, was sich u.a. in regelmäßigen Streiks äußert. Das Volksgemeinschaftskonzept der Nazis treibt diesen Unsinn auf die Spitze, da es eine unbedingte Gemeinschaft fordert ohne jedoch die Klassengegensätze anzugreifen und somit nur per staatlichem Zwang durchgesetzt werden kann. (Verbot von Gewerkschaften usw.)

Doch wie kommt Mensch auf solch einen Unsinn?

Ein Grund hierfür ist wieder im Ökonomischen zu suchen. Geht es der Wirtschaft im eigenen Land schlecht & somit dem auch dem Staat, so gehört Mensch selbst zu den Verlierern. Der falsche Umkehrschluss der daraus gezogen wird – wenn es dem heimischen Kapital gut geht, ginge es auch mir gut – erklärt warum Harz IV Empfänger_innen mit Deutschland Fahnen wedeln oder in Krisenzeiten rechte Parteien Zulauf bekommen.

4. Folgen von Nationalismus

Neben den Offensichtlichen und vor allem Visuellen Folgen wie Schwarz-rot-Goldene Fahnenmeere, und vollgekotzten Bahnhofstoiletten zur Nationalen Hochsaison ab 2006 gibt es Folgen die dem kleinbürgerlichen Demokraten_innen nicht bewusst werden. Erst der positive Bezug auf das „wir(deutschen) macht den Negativbezug auf die „anderen(Ausländer_innen)“ erst möglich ist damit für Ausgrenzungsmechanismen wie Rassismus und Antisemitismus verantwortlich.

4.1 Antisemitismus

Das Phänomen des Antisemitismus ist erst seit der Entstehung der bürgerlich-demokratischen Gesellschaft zu beobachten(und zu bekämpfen). Er ist der Ausdruck eines Missverständnis der Kapitalistischen Verhältnisse und der Gefahr die von der Nation ausgeht. Die Projektion der Kapitalistischen Verhältnisse auf eine begrenzte Personengruppe oder Klasse ist der erste Schritt zum Antisemitismus. Die Gründe dafür liegt darin, dass der Kapitalismus im Gegensatz zum Feudalismus und zur Sklavenhaltergesellschaft nicht mehr auf personeller Herrschaft basiert, sondern auf der abstrakten Herrschaft von Sachzwängen, denen auch die fiesesten Manager unterworfen sind, ob sie wollen oder nicht. Die Marktgesetze der allgegenwärtigen Konkurrenz zwischen getrennten Privatproduzenten führen zwangsläufig zu Arbeitslosigkeit, Ungleichheit & Monopolisierung. Diese Strukturen sind zwar gesellschaftliche und vermittelt über Personen, diese sind aber nur „Charaktermasken“ bzw. „Personifikationen ökonomischer Kategorien“ (Marx) und jederzeit austauschbar. Da dieses Verhältnis nicht leicht zu durchschauen ist, werden irgendwelche Verschwörer konstruiert. Der Antisemit denkt den Gedanken zu ende und gibt anstatt den „Bonzen“ oder der „herrschenden Klasse“ den Juden die Schuld an seinem Misserfolg. Das Verlierer zu einer Warengesellschaft dazugehören und die Nation gar nicht für den eigenen Erfolg arbeitet will Mensch nicht wahr haben und verdrängt diese Tatsachen.
Antisemitismus zu bekämpfen bedeutet die Warengesellschaft zu bekämpfen!

4.2. Rassismus

Erst der positive Bezug auf das „wir“ (deutschen) macht den Negativbezug auf die „anderen“ (Ausländer_innen) möglich und ist damit Grundlage diverser Ausgrenzungsideologien wie Rassismus und Antisemitismus. Der Begriff des Rassismus bezeichnet die Behauptung Menschen hätten aufgrund ihrer Hautfarbe, Volkszugehörigkeit (die ja gar nicht existiert, bzw. nur konstruiert ist) o.ä. bestimmte Eigenschaften. Anders als beim Antisemitismus bedeutet Rassismus nicht unbedingt eine Antipathie gegenüber den Betroffenen. Ein verbreitetes Beispiel dafür, ist das Vorurteil „Neger/schwarze haben Rhythmus im Blut“ und seien deswegen automatisch ausgezeichnete Schlagzeuger_innen/Trommler_innen. Der negative Rassismus, „Neger“ seien unkultiviert etc. ist also nur die andere Seite der Medaille, wenn auch meist mit gravierenderen Auswirkungen. Eine moderne Variante des Rassismus stellt der Ethnopluralismus dar. Die Idee dahinter behauptet Menschen werden als zugehörig zu einem bestimmten Volk geboren, das über ein angestammtes Gebiet verfügt wo es zu Leben hat.

Ethnopluralist_innen stehen dafür ein, dass die Welt sich in Volksgemeinschaften und nach Ethnien geordnet aufteilt, um das fortbestehen der jeweils heimischen Kultur und Völker zu bewahren. Ethnopluralismus ist eine Erscheinung in der neo-nazistischen Strömung, reicht aber auch bis in das „linke“ Spektrum. Siehe diverse Antiimperialist_innen, die für die „Selbstbestimmung der Völker“ eintreten. Auch der Gedanke des Ethnopluralismus hat seinen Ursprung in der Nation, das Konstrukt des Volkes und die Identifikation über Kultur und Heimat. Die These „zu einem Frankreich müsse auch ein französisches Volk gehören“, das außerordentlich gut kochen kann bietet eine offene Flanke zu der These, dass jedes Volk sein angestammtes Territorium und Eigenschaften besäße und es allen besser gehen würde, wenn die Welt in homogene Volksgemeinschaften geteilt wäre. Die Nazis (und Teile der antiimperialistischen Bewegung) sind also nationale Idealist_innen und vertreten einen völkisch-ethnopluralistischen Rassismus, demnach „Kurdistan den Kurden“ und „Deutschland den Deutschen“ gehöre. Die bürgerlichen Demokrat_innen hingegen könnte Mensch auch als nationale Realist_innen bezeichnen, welche eine Art Nützlichkeitsrassismus betreiben und Ausländer_innen je nach dem behandeln inwiefern sie der Nation wirtschaftlich „nutzen“. In der Praxis überschneiden sich diese Prinzipien allerdings meist. Und da sind wir an dem Punkt wo sich die Frage stellt wie Mensch als Linke_r darauf reagieren sollte.

Die Offensichtlichkeit das Nazis im Grunde nur der Radikale Ausdruck der Bürgerlichen Gesellschaft sind macht die Deterministik des Kampfs gegen Staat,Kapital und Nation klar. Für uns bedeutet das in allererster Linie Aufklärung gegen die Palamentarische Demokratie zu leisten und jede Form von Bürgerlich-Kapitalistischer Politik zu sabotieren.Ein Konsequenter Antifaschismus der nicht nur Auswüchse bekämpfen will, sondern auch den Sumpf aus dem diese entstehen, setzt also das Infragestellen der Nation an sich voraus , und darf sich nicht durch Bündnisse mit der Nationalen-bürgerlichen Mitte „gegen Rechts“ bremsen lassen sondern auch solchen Verkürzt-Antifaschistischen Thesen kritisch gegenübertreten muss.

Für ein Leben jenseits von Antisemitismus,Autorität und Sachzwängen
Für die Soziale Revolution

Autonome Antifa Weilheim mit Unterstützung aus München

2.10. München

Wir wollen hier nochmal Werbung für einen Vortrag der am Freitag den 2.10 am Infostammtisch im Eine-Welt-Haus stattfindet. Der Vortrag wird versuchen Nationalismus zu erklären und über Ursachen und Wirkung zu Informieren. Losgehen wird das ganze gegen 17:30. Wer die Schwanthalerstraße nicht findet oder aus anderen Gründen nicht kommen kann, sich aber für das Thema und unsere Positionen interessiert kann sich in einiger Zeit den Vortrag (wenn die Sound technik klappt) als Audio und .txt Datei runterladen.

Kampagne gegen die Bundestagswahl 2009

Wir haben keine Wahl!
Gegen Wahlen! – Für Selbstorganisation statt Stellvertreter_innenpolitik!

„Der Wähler ist nach der Verfassungsnorm als Stimme nur Mittel zur Machtverteilung und Machtgewinnung der Parteien“ (Johannes Agnoli).

Am 27. September ist es wieder so weit: wir dürfen den deutschen Bundestag wählen. Wir sind dazu aufgefordert zu wählen, wer die kommenden vier Jahre das Recht hat uns zu regieren. Wir haben also die Wahl, wer uns regiert? Allein die Vorstellung, dass uns überhaupt irgendjemand zu regieren hat, befremdet uns. Wählen zu gehen bedeutet, anstatt für die eigenen Interessen einzutreten, diese ureigenste Aufgabe an andere abzugeben. Unser Stimmzettel in der Wahlurne ist das „Ja!“ zu unserer eigenen Entmündigung.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Wahlen die immer mieser werdenden sozialen Verhältnisse nicht ändern, geschweige denn abschaffen können. Für den Kapitalismus ist die parlamentarische Demokratie derzeit in vielen Ländern dessen beste Verwaltungsform. Wenn vom so genannten „Gemeinwohl“ (Löhne, Krankenversorgung usw.) die Rede ist, das im Parlament ausgehandelt wird und für das wir wählen gehen sollen, dann ist damit in erster Linie das Abstecken von Eigentums- und Machtverhältnissen gemeint. Demokratie bedeutet in erster Linie zu wählen, wer welches Stück vom Kuchen bekommt. Deswegen stellt der Parlamentarismus keine Lösung unserer Probleme dar. Vielmehr ist er selbst Teil des Problems. Für uns ist darum klar, dass wir uns an der Wahl nicht beteiligen werden.

Das Wahlboykott-Postfach

Was wir aber machen werden, ist uns Gehör zu verschaffen. An dieser Stelle kommt das „Wahlboykott“-Postfach ins Spiel. Hier kann der eigene Wahlbescheid (bis zum 19. September) eingesandt oder eingeworfen werden. Wir zählen die Bescheide zeitnah zur Wahl aus. Kurz vor der Wahl veröffentlichen wir über unsere Pressearbeit, so wie am 26. September auf der zentralen Anti-Wahl-Demo in Berlin die Ergebnisse. So und nicht anders können wir im Trubel des Wahlzirkus und dem festgeschriebenen Rahmen aus Wahlstatistiken verdeutlichen, wie viele Menschen das momentan herrschende System ablehnen.

Wir lassen uns nicht regieren!

Unsere Forderungen sind dabei klar umrissen: Statt Hartz IV, Studiengebühren, Reallohnverluste, 1Euro-Jobs, Rente ab 67 und unsicheren Arbeitsverhältnissen wollen wir Mietfreies und gutes Wohnen, ein Leben ohne Leistungsdruck, kostenlose Mobilität und Ernährung. Kurz gesagt: das gute Leben leben – und zwar so, dass jede_r seine Bedürfnisse befriedigen kann. Als Grundlage dafür sehen wir den Aufbau der Selbstorganisation durch die Menschen von unten.

Wenn sie uns sagen, wir sollen nicht meckern, weil wir nicht zur Wahl gegangen sind, können wir denen, die hingegangen sind nur sagen, dass sie nicht meckern sollen wenn nach der Wahl alles genau so beschissen ist wie vorher oder gar noch schlimmer. Wir werden uns jedenfalls nicht an der Auslotung unserer Selbstausbeutung und Totalverblödung beteiligen. An einem Sonntag, wie dem 27. September können wir uns wesentlich Spannenderes vorstellen, als zum Wahllokal zu latschen. Z.B. an den See fahren, Grillen gehen oder das Buffet auf den Wahlpartys der Parteien leer räumen.

Für den Wahlboykott!
Regierung abschaffen statt wählen gehen !
Für das gute Leben – Für ein Ende des Kapitalismus!

12. September 2009: Aktionstag für die Anti-Wahl Kampagne

19. September 2009: Sendet bis dahin eure Stimmen an die
Wahlboykott-Postfächer oder geht auf die lokalen Anti-Wahl-Partys in eurer Gegend und gebt da den Bescheid ab.)

26.September 2009: Anti-Wahl-Demo in Berlin
15 Uhr, Revalerstraße / Warschauerstraße

20. – 27. September 2009: „Wir haben keine Wahl!“-Aktionswoche

Quelle: http://keinewahl2009.blogsport.de/

Nachbearbeitung

Demo

Die Demo ist gelaufen. Es hätte wesentlich schlechter laufen können und wir bedanken uns bei allen Leuten, die gekommen sind um die Sache zu unterstützen. Es hätte allerdings auch wesentlich besser laufen können:

Zum Einen war die Demo durchgehend nicht sehr motiviert, wahrscheinlich wegen der geringen Teilnehmer_innenzahl. Wir hätten uns ein wenig mehr Entschlossenheit gewünscht. Auch Parolen wurden nur sehr verhalten gerufen.
Zum Anderen ließ die Teilnehmer_innenanzahl zu wünschen übrig. Das mag einerseits daran liegen, dass zum Zeitpunkt der Demo das „Force Attack“ und „Wacken“ im Gange war, andererseits daran, dass am Vortag die Zeugnisse ausgegeben wurden und manch Schüler_innen sich es nicht nehmen ließ zu tief ins Glas zu schauen.
Sehr enttäuschend für uns war der ausbleibende Support von Seiten der Münchner_Innen. Auch wenn von unserer Seite her nicht sehr gut mobilisiert wurde, haben doch einige Leute davon gewusst. Kleine Gruppen wie wir brauchen dringend Unterstützung!

Letztendlich lässt sich die Demonstration nicht als Erfolg werten, ein Misserfolg war es aber auch nicht. Vielmehr sollte Mensch den Samstag als öffentliches Debüt unserer Gruppe betrachten.

Dies war sicher nicht die letzte Demonstration in Murnau, und wir hoffen auf rege Beteiligung bei unserer nächster: Termin kommt noch ;-)

Wir würden uns über Kritik an der ganzen Sache freuen, mail us!

Presseecho:

Merkur Online

Indymedia



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